In Zeiten von Aluminium-Kapseln und schnellem Koffein-Kick fragt man sich doch wo eigentlich die Zeremonie und der echte Kaffee-Genuss geblieben sind. Ich selbst bin schon vor einiger Zeit in Sachen Kaffee-Zubereitung wieder auf Omas guten alten Handfilter umgestiegen. Das spart nicht nur Geld und schont die Umwelt, sondern bringt neuen Wind in die Instant-Welt. Kaffee – das Lebenselixier aller Morgenmuffel. Schon alleine  der Duft von frisch gebrühtem Kaffee lässt mich morgens freudig aus dem Bett springen. Aber dann hab ich mich gefragt:

Warum behandel ich meinen Kaffee nicht mit dem Respekt, der ihm eigentlich gebührt?

Vor ein paar Jahren habe ich mir ganz pragmatisch eine Nespresso-Kapselmaschine zugelegt. Genauso schnell wie die Aluminiumkapsel im Schlund der Maschine verschwindet, genauso schnell landet der mit Hochdruck durch das Metall gepresste Elixier in meinem eigenen Schlund. Praktisch! Aber auch irgendwie traurig. Traurig deswegen weil es nur noch ein Mittel zum Zweck ist und man mit dem Kaffeepulver an sich so gar nicht mehr in Berührung kommt. Traurig auch, weil Metallkapsel um Metallkapsel im Müll verschwindet. Und nicht zuletzt sind knapp 50 Cent pro Tasse Kaffee bei meinem Kaffeekonsum auf dem selben Fixkostenlevel wie meine völlig überteuerte Wohnung in Köln.
Eine Veränderung musste her! Und die Lösung war schnell gefunden: Kaffee selber brühen.

Kaffee mit dem Handfilter selber brühen

Es gibt unzählige Möglichkeiten wie man Kaffee mechanisch und von Hand zubereiten kann. Ich hab mich für die klassische Handfilter-Methode entschieden. Handfilter bekommt ihr bereits für kleines Geld aus Kunststoff oder Porzellan. Ich habe mich für letzteres entschieden. Sieht erstens schöner aus, wirkt hochwertiger und ist etwas langlebiger. Mein Tipp: Schaut euch auf Flohmärkten um. Handfilter bekommt ihr da für kleines Geld.

Der Handfilter ist schon die halbe Miete. Dann braucht man nur noch eine passende Kanne. Auch die findet man super günstig auf Flohmärkten. Ich habe eine von meiner Großmutter bekommen, die eigentlich auf dem Müll landen sollte. Der Handfilter passt perfekt oben auf den Rand. Achtet also darauf, dass der Rand der Kanne breit genug ist, um den Filter darauf abzustellen.

Handfilter mit Kaffeepulver und Filter

Was braucht man noch? Kaffee-Filter aus Papier und, natürlich, Kaffee! Der Profi empfiehlt gebleichte Kaffeefilter, also die weißen. Ich selbst benutzt allerdings aktuell auch die braunen.
Beim Kaffee ist es schon etwas schwieriger. Hier kommt es auf den persönlichen Geschmack und die Gewohnheiten an. Ich zum Beispiel trinke gerne kräftigen, nussigen Kaffee mit wenig oder auch mal gar keiner Milch. Auch Zucker gibt es in meinem Kaffee nicht. Aber hier hat jeder seine eigenen Präferenzen.
In jedem Fall hilft es, sich durchzuprobieren, bis man den für sich perfekten Lieblingskaffee gefunden hat. Glücklich, wer eine kleine Rösterei bei sich in der Nähe hat und sich dort beraten lassen kann. In Köln gibt es mittlerweile unzählige Kaffee-Dealer, die auch selber rösten und euch kompetent beraten. Aber auch in meiner Heimat habe ich schon eine winzige Rösterei besucht, die mit einer schonenden Trommelröstung herrlichen Kaffee anbietet. Die Vorteile im Vergleich zum Supermarkt sind vor allem die individuelle Beratung, die frische und schonende Röstung und der perfekte Mahlgrad.

Egal ob Handfilter, Frenchpress oder Siebträger, der Mahlgrad ist ein wichtiger Punkt für den perfekten Kaffee-Genuß.

Ein Beispiel: Der Mahlgrad für die Frenchpress ist viel gröber als der für den Handfilter.
Habt ihr also nun den Handfilter, Filtertüten und den passenden Kaffee gefunden, geht es an die Zubereitung.

Kaffeezubereitung: so schmeckt der selbst gebrühte Kaffee

Jetzt stellt ihr euren Handfilter auf die Kanne oder die Tasse, solltet ihr nur eine Tasse zubereiten wollen. In den Handfilter kommt nun der Papierfilter, den ihr an den Seiten einmal nachfaltet und in den Handfilter stellt. Die Dosierung des Kaffees ist dann wieder Geschmackssache. Man sagt, dass man für eine normale Tasse ca. 7 Gramm Kaffeepulver verwenden soll. Ein spezieller Kaffeelöffel umfasst genau diese 7 Gramm. Zum Vergleich: ein gehäufter Teelöffel fasst ca. 6 Gramm Kaffeepulver. Ich mag meinen Kaffee gerne etwas kräftiger, deswegen nehme ich pro Tasse einen gehäuften Kaffeelöffel.
Dann wird das Kaffeepulver mit heißem Wasser übergossen. Tipp: Nicht kochend heißes Wasser verwenden, sondern das Wasser im Wasserkocher ca. 30 Sekunden abkühlen lassen.
Ihr könnt zusehen, wie das Wasser langsam durch das Pulver wandert und in die Tasse oder Kanne tropft. Ist das letzte Wasser durchgelaufen, ist der selbst gebrühte Kaffee auch schon fertig. Wer wie ich direkt eine Kanne zubereitet, kann diese mit einem Stövchen warm halten. Ja, mit dem Handfilter und der Kaffeekanne ist auch das Stövchen mit Teelicht back. Lange eingestaubt bekommt ihr so ein Stövchen sicher bei Mama oder im Zweifel auf dem Trödel für kleines Geld. Und die Investition lohnt sich: Die kleine Flamme des Teelichts reicht aus, um euren Kaffee auch für die nächsten folgenden Tassen warm zu halten.

Fazit: Kaffee selber brühen

Ich persönlich bin ein richtiger Brühfan geworden. Schonender Umgang mit allen Ressourcen: Kaffee, Umwelt und Finanzen. Die Kosten pro Tasse belaufen sich auch bei einem sehr hochwertigen Kaffee aus der kleinen Rösterei auf nur ca. 30 Cent pro Tasse.
Viel Spaß beim von Hand brühen!

Categories: Essen & Trinken

One comment

Ich liebe: Kaffee mit dem Handfilter brühen

  1. Dem kann ich nur beipflichten, da ich durch eine Laktose Intoleranz nun seit Längerem nur schwarzen Kaffe trinken kann, habe ich guten Kaffe schätzen gelernt.
    Weg mit allen Maschinen und her mit frisch gemahlen Kaffe und und intensivem Geschmack.
    Ich preferiere für 1-2 Tassen Kaffe meinen Espressokocher für die Herdplatte und wenn es mal mehr sein soll die gute alte „frensh press“, bei vielen auch einfach unter dem Namen „Bodum“ bekannt.
    Ich wünsche besten Genuß 🙂

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